Frauenquote: SPD sieht Chancen für heimische Firmen

Unterstützung für weibliche Führungskräfte

Gabriele Penzkofer-Röhrl und Katja Strohhacker

Zur Bundestagsdebatte über ein Gesetz zur gleichberechtigten Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen (Frauenquote) äußern sich die beiden stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Stadtratsfraktion Gabriele Penzkofer-Röhrl und Katja Strohhacker.

Gabriele Penzkofer-Röhrl, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin meint:

„Es ist gut, dass nun auf höchster Ebene Fakten für eine Frauenquote geschaffen werden. Das Postulat der Gleichberechtigung von Frauen und Männern hat seit annähernd 100 Jahren in Deutschland Verfassungsrang. Wirkliche Meilensteine hin zu einer echten Gleichstellung wurden in den vergangenen Jahrzehnten aber immer durch einfache Bundesgesetze markiert. Das war so bei den Gesetzen zur Gleichstellung von Frauen und Männer in Ehe und Familie. Und das war so bei Gesetzen zur Gleichbehandlung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz. Immer gab es Kritik an der Gleichstellung. Immer wurden enorme Verwerfungen prophezeit. Immer wurden Probleme für die Arbeitswelt vorhergesagt. Und wie ist die Situation heute? Die Gesetze haben für die Normalität gesorgt, die wir heute kennen und schätzen. Oder würde sich heute noch jemand darüber aufregen, ob Voll- und Teilzeitarbeit rechtlich gleichstellt sind?

 

Katja Strohhacker, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecherin argumentiert:

„Das angestrebte Gesetz ist keine Belastung für die Wirtschaftsunternehmen. Es ist eine Chance. Unternehmen, die die Zeichen der Zeit rechtzeitig erkennen, haben Vorteile durch neue Blickwinkel, neue Impulse und zeitgemäße innere Strukturen, die die heutige Lebenswirklichkeit abbilden. Gerade für die Firmen in der Metropolregion Nürnberg erschließen sich wertvolle Potenziale an Führungskräften, wenn sie dafür verstärkt Frauen in den Blick nehmen. Frauen in der Wirtschafts- und Arbeitswelt sind ja längst keine Fremdkörper mehr. Nur in den Führungsetagen ist es so. Ist das gerecht? Ist das noch zeitgemäß? Ist das hilfreich für die Unternehmen? Seien wir ehrlich, ohne das Gesetz wird sich zu wenig ändern. Die bisherigen Selbstverpflichtungen haben keine Wirkung gezeigt. Von alleine würde sich auch in Zukunft kaum was tun. Fürchten muss sich vor einer Quote niemand. Es gibt ja bereits eine. Sie liegt bei fast 100 Prozent Männern in Führungsetagen. Es wird Zeit diese Quote aufzuweichen.“  

Beide fordern eine eins zu eins Umsetzung der Regierungs-Vorlage für eine Frauenquote. „30% Frauenanteil in Aufsichtsräten und Führungspositionen sind erst einmal ein Anfang. Eine Verwässerung hingegen wäre ein fatales Zeichen in Sachen wirklicher Gleichstellung“.