SPD unterstützt runden Tisch zur Drogenproblematik

Pragmatische Ansätze statt ideologischem Scheuklappendenken beim Freistaat gefragt

  • von  Anita Wojciechowski
    09.09.2015
  • Beiträge, Wojciechowski

Die SPD-Stadtratsfraktion äußert sich besorgt über die Entwicklungen bei den Drogentoten in der Region. Zuletzt hatte die Drogenhilfe mudra die Situation für die Drogenabhängigen in der Region als unzureichend angeprangert. Die gesundheitspolitische Sprecherin, Anita Wojciechowski, erklärt: „Die quantitativ unzureichenden Therapie- und vor allem Substitutionsbehandlungsplätze in unserer Region sind alarmierend. Wir haben schon seit längerem diamorphingestütze Behandlungen und ausreichende Substitutionsbehandlungsplätze eingefordert, bislang ohne Erfolg.“ Bereits im Jahr 2010 hatte sich die Rathaus-SPD dafür ausgesprochen, Drogenkonsumräume nicht von vornherein auszuschließen, wie das die Staatsregierung derzeit leider macht. „Erfahrungen aus anderen Bundesländern, der Schweiz und Österreich zeigen, dass Drogenkonsumräume helfen können, Leben zu retten. Sie bieten außerdem einen niederschwelligen Zugang zu Beratungs- und Hilfsangeboten. Dass sich der Freistaat dennoch derart dagegen sträubt, kann nur mit einem ideologischen Scheuklappendenken begründet werden“ so Wojciechowski. 

Fraktionskollegin Elke Härtel ergänzt: „Angesichts von bereits 12 Drogentoten im bisherigen Jahresverlauf sehen wir dringenden Handlungsbedarf. In einem Antrag anlässlich des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung haben wir kürzlich die Verwaltung aufgefordert, einen Überblick über die Situation in Nürnberg zu geben und auch ausreichend Therapieplätze eingefordert.“

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Gabriele Penzkofer-Röhrl hat Kontakt zur Mudra für einen fachlichen Austausch aufgenommen: „Die Rathaus-SPD unterstützt die Forderung nach einem runden Tisch zur Drogenproblematik. Daneben liegt es aber vor allem am Freistaat, endlich geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die Situation der Drogenabhängigen verbessert.“