Die Transportleistung im Güterverkehr wird nach Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums bis 2030 um 38 Prozent noch deutlich stärker ansteigen als die im Personenverkehr. „In meinen Augen könnte sich das zum Horrorszenario entwickeln, wenn dieser absehbare Verkehrsanstieg überwiegend über unser Straßen- und Autobahnnetz abgewickelt wird“, befürchtet Thorsten Brehm, Vorsitzender der SPD Nürnberg und Stadtrat. „Wir brauchen deshalb dringend ein Umsteuern in der Verkehrspolitik und eine Verlagerung des Güterverkehrs zurück auf die Schiene.“
Die aktuellen Planungen der Deutschen Bahn mit ihrer Güterverkehrssparte „DB Cargo“ gehen nach Ansicht von Brehm aber in die falsche Richtung. „Der Konzern plant einen Schrumpfkurs“, kritisiert der SPD-Chef. Der Vorstand von DB Cargo beabsichtigt derzeit 215 Güterverkehrsstellen absehbar nicht mehr zu bedienen. Dazu gehören in Nürnberg auch die Punkte „Dutzendteich“ und „Hafen Containerdepot“. Weitere rund 100 Güterverkehrsstellen stehen zur Disposition und werden derzeit noch vom Konzern geprüft.
„Bei den beiden in Nürnberg wegfallenden passiert ohnehin nicht mehr viel. Aber genau darin liegt das Problem“, kritisiert Brehm. „Statt dem Rückzug aus der Fläche bräuchte es eine Strategie und ein Konzept für eine Expansion“. Brehm sieht dabei auch den Gesetzgeber in der Pflicht. „Die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssen sich zugunsten der Schiene verbessern.“
Brehm fordert deshalb im Rahmen des derzeit diskutierten Bundesverkehrswegeplans (BVWP) eine Investitionsoffensive für die Schieneninfrastruktur. Die Herabstufung der Planungen für den Güterzugtunnel Nürnberg-Fürth im BVWP, der mit einem verbesserten Lärmschutz einhergehen würde, stößt deshalb auf massive Kritik der Sozialdemokraten. Auf Ablehnung stößt zudem die Forderung aus Unionskreisen nach einer Regel- und Flächenzulassung für Gigaliner. „Diese Monster-LKW machen nicht nur unsere Straßen kaputt, sondern die Beförderung auf dem Asphalt noch attraktiver.

