TOP 3: „Quali-Kurse“ am Bildungszentrum der Stadt Nürnberg

Kulturausschuss vom 10. Juli 2009

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

seit vielen Jahren werden am Nürnberger Bildungszentrum erfolgreich Lehrgänge angeboten, die den nachträglichen Erwerb des erfolgreichen und qualifizierenden Hauptschulabschlusses zum Ziel haben. Der qualifizierende Hauptschulabschluss ist in Bayern für eine Großzahl von Berufsausbildungen und eine schulische Weiterbildung die Voraussetzung. Wer die Schule lediglich mit einem erfolgreichen Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss verlässt, hätte bei einem Wegfall der Quali-Kurse am Bildungszentrum keine Chance mehr, in Lehrgängen den Quali nachzuholen. Die Quali-Lehrgänge des Bildungszentrums bieten vor allem auch jungen Menschen eine Chance, die einige Jahre nach Verlassen der Schule den qualifizierenden Hauptschulabschluss erwerben wollen.

Die so genannten BVB-Maßnahmen des Bundes vermitteln lediglich den erfolgreichen Hauptschulabschluss, das BVB-Konzept kann daher keinen vollwertigen Ersatz für die Quali-Lehrgänge am Bildungszentrum bieten. Daher müssen aus Sicht der SPD-Stadt-ratsfraktion die Quali-Lehrgänge zumindest für die Personen erhalten bleiben, die sich weiterqualifizieren wollen und die zweite Chance durch die Quali-Lehrgänge ergreifen wollen – dies kann jedoch nicht allein kommunale Aufgabe sein.

Die SPD-Stadtratsfraktion stellt daher folgenden

Antrag:

1.  Alle BewerberInnen für die Quali-Kurse am Bildungszentrum, die auch in die
Struktur der BVB-Maßnahmen des Bundes passen, sollen in die BVB-         Maßnahmen verwiesen werden.

2.  Das Bildungszentrum legt dar, ob und unter welchen Voraussetzungen es möglich wäre, die BZ-Quali-Kurse in reduzierter Form anzubieten und mit welchen Kosten dies verbunden wäre. 

3. Die Stadt stellt das Angebot der Quali-Lehrgänge im kommenden Schuljahr befristet in reduzierter Form sicher – jedoch unter der Voraussetzung, dass währenddessen wegen einer alternativen Finanzierung mit dem Kultusministerium verhandelt wird bzw. alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie durch den europäischen Sozialfonds geprüft werden.   
 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Anja Prölß-Kammerer
Stv. Vorsitzende