Ehrenamtlich aktiv für den Katastrophenschutz

Freitags ab vier beim Nürnberger THW

  • von  Katja Strohhacker
    02.10.2012
  • Featured, Freitag ab Vier

Gemeinsam mit dem Ortsverband Gebersdorf/Großreuth war die SPD-Fraktion zu Besuch beim Nürnberger THW. Die Unterkunft, die sich seit 2004 im Tillypark befindet, beherbergt den größten deutschen Ortsverband des Technischen Hilfswerks. Hier sind mehr als 200 Helferinnen und Helfer stationiert, die sich ehrenamtlich für den Katastrophenschutz engagieren.

Stefan Rein erklärt die Struktur des THW

Immer dann, wenn Feuerwehr, Rettungsdienst oder Polizei bei ihren Einsätzen technische Unterstützung benötigen, ist das THW zur Stelle. Aus diesem Grund arbeitet die ehrenamtlich organisierte Organisation eng mit ihren Berufskollegen zusammen. Die Einsätze bei denen die Hilfe des THW benötigt wird sind zum Beispiel Bombenfunde, Hochwasser oder die Suche nach Leichen in Gewässern.

Hilfe leistet das THW aber nicht nur in Deutschland. Auch im Ausland leistet die Organisation wichtige Hilfe in Katastrophenfällen. So zum Beispiel bei der großen Tsunami-Katastrophe in Südost-Asien.

Die Ehrenamtlichen des THW sind hochqualifiziert. Regelmäßig bilden sie sich in der Nürnberger Unterkunft fort. Lernen und vertiefen Grundlagen und üben den Umgang mit neuen Geräten ein. Wird einer der Helfer während seiner Arbeitszeit zu einem Einsatz gerufen, muss dieser von seinem Arbeitgeber freigestellt werden. Der Lohn wird diesem dann vom Bund erstattet.

Auch die Nachwuchsarbeit kommt nicht zu kurz. Bereits ab 10 Jahren können Kinder und Jugendliche in der Jugendorganisation mitmachen. Dort lernen sie die Grundlagen der wichtigen Arbeit und treten in Wettkämpfen gegeneinander an. Die Nürnberger konnten übrigens schon viele dieser Wettkämpfe gewinnen.

Sieht leichter aus als es ist.

Eine große Besonderheit gibt es im Tillypark. Dort sind drei technische Züge stationiert. Ein solcher Zug bildet die Grundlage für Einsätze und verfügt über ein eigenes, voll ausgestattes Fahrzeug. Normalerweise gehört zu jedem dieser Züge eine so genannte Fachgruppe. In Nürnberg jedoch sind fünf dieser Gruppen stationiert, die deutschlandweit für Einsätze angefordert werden können:

  • Fachgruppe Räumen, sie kann Bergungen und Räumungen in schwerem Gelände durchführen
  • Fachgruppe Beleuchtung, sie ist immer dann wichtig, wenn Licht bei Einsätzen benötigt wird.
  • Die Fachgruppe Infrastruktur kann zum Beispiel provisorisch die Stromversorgung wieder herstellen.
  • Fachgruppe Wassergefahren, die immer dann wichtig ist, wenn in oder an Gewässern gearbeitet wird.
  • Die Fachgruppe Führung und Kommunikation koordiniert die Einsätze direkt vor Ort.

Die für diese Arbeiten notwendigen Fahrzeuge finden sich natürlich im Fuhrpark der Nürnberger Unterkunft im Tilly-Park. Die ältesten Fahrzeuge in Nürnberg stammen aus den 70er Jahren. Das tut ihrer Funktionstüchtigkeit aber keinen Abbruch, sie werden fachmännisch von ehrenamtlichen Helfern gewartet.

Wie alle ehrenamtlichen Organisationen ist auch das Nürnberger THW darauf angewiesen, dass immer wieder neue Menschen beginnen, sich dort zu engagieren. Um mehr Gelegenheiten für die Werbung von neuen Ehrenamtlichen zu schaffen sagten sowohl Stadträtin Katja Strohhacker als auch der Ortsverband der SPD ihre Unterstützung zu. So wollen sie zum Beispiel eine Liste mit allen Gelegenheiten im Ortsteil erstellen, an denen sich das THW beteiligen kann.